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Tucholsky, Böhmermann und Satire

Auszüge aus „Was darf Satire?“ von Kurt Tucholsky.

Wenn einer bei uns einen guten Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel. […]

Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. […]

Nun kann man gewiß über all diese Themen denken wie man mag, und es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht werden. […]

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten. […]

Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen. […]

Was darf die Satire?

Alles.

Ich habe bei Böhmermanns Satire gelacht, sie war witzig. Endlich einer der die etwas tröge Satire in Deutschland in eine andere Dimension hebt. Wenn er mich mal als Opfer wählen sollte, schuldet er mir einen Kasten Bier und gut ist ’s.

(Quelle: Projekt Gutenberg SpOn)

Böhmermann Klage

Böhmergate

Böhmermann hat ein Gedicht von sich gegeben, dass absichtlich und mit Ankündigung die Grenzen der Satire schrammt. Das sich Erdogan so herab lässt, da überhaupt zu reagieren, scheint mir mehr als nur überzogen. Der Streisand-Effekt dürfte ihm wohl unbekannt sein oder ihn in seiner Hybris überhaupt nicht tangieren.

Wenn man sich die verschiedenen Juristen anhört, nehmen die auch unterschiedliche Positionen ein. Ein Pro:

Ein Contra:

Wobei dieser Anwalt den Umgang mit dem Begriff Darknet lernen sollte, als Medienrechtkundiger. Ich glaube nicht dass sich auch nur einer das Video im Darknet geholt hat, es besteht gar keine Not das zu tun.

Auch die seit 30 Jahren als Rechtsanwältin der Titanic tätige Gabriele Rittig hat sich zum Thema interviewen lassen.

Ich denke, er wollte viel mehr den Deutschen sagen, wir tun jetzt so, als wären wir die großen „Meinungsfreiheitler“ und jetzt zeige ich es Euch doch mal, welch Aufschrei auch bei uns durch die Lande geht. Er stellt also unser Selbstbild in Frage. Jedenfalls würde ich so argumentieren, wenn ich ihn verteidigen müsste.

Es wird gerade soviel darüber geredet, aber jeder Stammtisch haut härter zu. Wer von uns kennt den die Vorurteile aus dem Gedicht nicht aus seinem Privatleben? Da wurde dem Volk auf ’s Maul geschaut und nicht nach ihm geredet. Zur Farce kommt noch dazu, dass wir uns über viel wichtigere Sachen in der Causa Erdogan unterhalten müssten, als sein gekränktes Ego.

Der schlimmste Aspekt ist wohl das Kuschen der Bundesregierung vor Erdogan und das Einleiten eines Strafverfahrens. Wie schlimm muss es wohl sein, wenn man vor jemanden einknickt der keinen Respekt vor der Pressefreiheit hat? Wer Menschen wegen berechtigter Kritik ins Gefängnis bringt, hat sein Recht auf Schutz in diesem Fall verwirkt.

 

UPDATE: Telepolis hat noch was lesenswertes von Florian Rötzer

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Justizminister Heiko Maas sollen in die Klärung eingeschaltet sein. Damit ist man bereits weiter eingeknickt, was erkennen lässt, welche Panik wahrscheinlich entstehen würde, wenn über diesen Vorfall Erdogan den Flüchtlingsdeal ins Wackeln bringen sollte. Die Warnungen, dass sich die deutsche Regierung mit dem Flüchtlingsdeal in Abhängigkeit von Erdogan und seiner politischen Interessen stellt, haben sich bewahrheitet.

Password

Passwörter

Bei der Wahl des richtigen Passworts sollte man sich folgende Gedanken machen:

  • Wie wichtig ist das Passwort?
  • Wie merke ich mir das Passwort?
  • Wie sollte das Passwort aussehen?
  • Welche Passwörter sollte ich vermeiden?
Wie wichtig ist das Passwort?

Je nach Wichtigkeit sollte man die Länge des Passworts wählen. Bei weniger wichtigen Passwörtern sollte wenigstens 8 Zeichen benutzt werden. Sensible Daten sollten die doppelte Länge nicht unterschreiten, eher mehr. Auch zu bedenken ist, wie lange das Passwort gültig sein soll, denn mit den Jahren wächst die Rechenleistung exponentiell an, was Angriffe immer leichter macht.

Wie merke ich mir das Passwort?

Man kann eine Passphrase benutzen, zum Beispiel „Angela Merkel ist 110% sexy!“. Wenn es witzig ist, lässt es sich auch ganz gut merken. Will man es kürzer nimmt man jetzt zum Beispiel immer den Ersten und Dritten oder vierten Buchstaben eines Wortes. Man sollte sich dann auch eine Regel zurecht legen, was man macht wenn das Wort zu kurz ist. Hier ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

Am Besten sind aber Programme für Passwortcontainer, wie KeePass. Dort kann man sich auch Passwörter generieren lassen und gleich abspeichern, dann muss man sich nur das Passwort für den Container merken. Es lässt sich auch häufig innerhalb der Programme die Stärke das Passworts anzeigen.

Wie sollte das Passwort aussehen?

Nach Möglichkeit sollten im Passwort diese Zeichen verwendet werden.

  • Groß- und Kleinbuchstaben
  • Zahlen
  • Sonderzeichen
Welche Passwörter sollte ich vermeiden?

Zu vermeiden sind logische Zeichenketten, wie „1234“ und „abcd“. Auch Tastaturfolgen sind zu vermeiden, „asdf“ und „qwer“. Desweiteren sollte man Wörter und personenbezogene Daten nicht benutzen, da wäre „Alexander58“ und „donnerknispel“.

Abschließende Worte

Da die Anzahl der Passwörter über die Jahre sich immer erhöht, man gelegentlich diese ändern sollte, kommt man an einem vernünftigen Konzept nicht vorbei. Auf einen Zettel aufschreiben ist besser als nichts, vor allem dann, wenn man länger die Passwörter nicht braucht. Trotz Allem ist das nicht unbedingt die beste Lösung, wenn andere eventuell Zugang zum Raum haben und man den Zettel dort aufbewahrt.

Persönlich habe ich mich dafür entschieden Passwörter in KeePass zu speichern. Je früher man sich damit vertraut macht, um so leichter fällt der Vorgang und er ist bei mir, bereits bei allen Anmeldung in meinen Workflow integriert.

Frohes passwörtern! 😀

Mossack Fonseca

Panama Papers

Einmal Tagesschau, einmal Süddeutsche. Etwa 2,6 TB an Daten. Betroffen sind die zu erwartenden Verdächtigen, was zu erwarten war *hust*. Briefkastenfirmen soweit das Auge reicht, unter anderem David Camerons Vater ist betroffen. Ein Problem wird hier mal ausführlicher erklärt, warum es nur gewisse Kreise treffen wird.

What do you expect? The leak is being managed by the grandly but laughably named “International Consortium of Investigative Journalists”, which is funded and organised entirely by the USA’s Center for Public Integrity. Theirfunders include

Ford Foundation
Carnegie Endowment
Rockefeller Family Fund
W K Kellogg Foundation
Open Society Foundation (Soros)

Es wird nur die „Bösen“ treffen, aus der Sicht, dieser Gönner.

Deshalb sollte man sich an Idealisten der Branche wenden, wenn man die Daten gerne wirklich publik machen will.

Liest sich nett, das Ganze. Abschließend mal eine Liste der Verdächtigen:

  • Die zentrale Anwaltskanzlei, von der die Daten stammen Mossack Fonseca
  • Commerzbank
  • HSH Nordbank
  • Hypovereinsbank
  • Wladimir Putin
  • Sergej Roldugin
  • Bashar al-Assad
  • Der König von Saudi-Arabien
  • Islands Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson
  • Ukraines Präsident Petro Poroschenko
  • Ukraines Ex-Premier Pavlo Lazarenko
  • Siemens Manager
  • Hisbollah
  • Mexikanische Drogenkartelle
  • Lionel Messi
  • Pakistans Premier Nawaz Sharif
  • Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev
  • Assad-Cousin Rami Makhlouf

AfD Abhandlung

Außer dem Eingriff in die Pressefreiheit, Abschaffung der Frauenquote und des Mindestlohns hat die AfD ja noch andere tolle „bürgerförderliche Aktionen“ geplant.
 
Da wären zum Beispiel das Ignorieren von Minderheiten (Homosexuelle) und das nach dem man weiß, dass sehr viele Selbstmörder unter homosexuellen Schülern sind. Die soll man in Schulbüchern nicht überhöhen.
 
„die klassisch preußischen Tugenden
Geradlinigkeit, Gerechtigkeitssinn, Ehrlichkeit,
Disziplin, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Fleiß und
Pflichtbewusstsein“ sollen wieder eingeführt werden. Hört sich für mich nach stillem Gehorsam an, nicht nach Tugenden. Es soll auch „Die Stellung des Lehrers“ gestärkt werden. Die armen Lehrer sollen vermutlich wieder „Watschen“ verteilen dürfen, das hat ja noch nie jemand geschadet. Zumindest wussten das immer die, die Watschen verteilt haben zu sagen.
 
Dann schürt sie noch eine Angst vor der Abschaltung der Atomenergie. Und wie wir wissen, verkauft Deutschland MW zu billig Preisen ins Ausland, weil zuviel Strom da ist. Im Winter. Trotz Drohungen dass das Stromnetz zusammenbricht, seit Jahren.
 
Die AfD ist nicht für die Bürger, sondern für die in der Amygdala entstehenden Gefühle ugs. auch Angstzentrum genannt. Weder werden uns die Homosexuellen, noch die Asylanten überrennen.
 
Angela Merkel locke „Hunderte Millionen Armutsflüchtlinge nach Deutschland.“ (AfD-BaWü) ist mal der größte Blödsinn. Es sind gerade mal 60 Mio. Flüchtlinge weltweit und die sind bei weitem nicht auf dem Weg zu uns. 2015 kamen gerade mal 1,3 Mio nach ganz Europa. Wenn ich von „Hunderte Millionen“ ausgehe, also wenigstens 2, selbst dann bräuchten wir in der BRD wenigstens 200 Jahre. Stellt sich nur die Frage wer die Flüchtlinge bereitstellt. Und Vorhersagen auf 200 Jahre sind alle für den Mülleimer, das kann keiner wissen. Auf dem Gebiet lässt sich ja super Angst machen. Welche Länder es da noch gibt, ist von niemanden zu planen.
 
Zusammenfassend: Den Damen und Herren liegt nicht der Bürger am Herzen, sondern ihre eigene Ideologie. Für diese Ideologie werden auch Teile der Bevölkerung bewusst benachteiligt und schikaniert. Wenn man schon eine Alternative mit Bürgernähe sein will, sollte man die Bevölkerung nicht absichtlich in „gute“ und „böse“ Bevölkerung teilen.